Gabriele Hiester- Yoga und Cantienica® Beckenbodentrainerin

Gabriele Hiester- Yoga und Cantienica® Beckenbodentrainerin

Liebe Leserinnen und Leser,

ich freue mich sehr, euch in dem folgenden Interview Gabriele Hiester vorzustellen.

In dem Interview, das ich mit ihr geführt habe, erzählt sie über ihre Kursangebote, ganzheitliche Übungen und ihren Weg in die Selbständigkeit als freiberufliche Kursleiterin.

Ganzheitliche Kursangebote

Richard Heath: Was kann ich mir unter CANTIENICA®-Beckenbodentraining vorstellen?

Gabriele Hiester: Das ist eine Trainingsmethode, die den Beckenboden trainiert, diesen jedoch als Mittelpunkt und wichtigstes Stockwerk im Hochhaus Mensch ansieht. Insofern ist es ein Ganzkörpertraining für die gesamte Haltung des menschlichen Körpers. Von der Mitte heraus wird quasi nach oben und nach unten trainiert, damit alle Muskeln und alle Körperteile ihre Aufgaben „körpergut“ übernehmen. Nach oben hin entsteht eine Leichtigkeit, so dass nach unten hin der Druck verringert wird und somit die Gelenke und die Organe Platz haben. Damit wird der Körper unterstützt, gut zu funktionieren.

Richard Heath: Seit wann bietest du Beckenbodentraining an?

Gabriele Hiester: Im September vorigen Jahres habe ich die Ausbildung dafür beendet.

Richard Heath: Wie kamst du vom Yoga zum Beckenbodentraining?

Gabriele Hiester: Ich hatte zwei Jahre lang Hüftschmerzen und diverse Zipperleins in Oberschenkeln und Füße, woraufhin ich noch mal über ein Buch von Benita Cantieni, der Begründerin der Methode, gestolpert bin, was ich mir vor Jahren gekauft habe. Damals hatte ich es angelesen und gedacht, das versteh ich nicht. Ich habe es wieder ins Regal gestellt. Nachdem ich die Hüftschmerzen bekommen habe, dachte ich zwar immer noch, dass ich es nicht verstehe, aber zumindest wollte ich versuchen, es hinzukriegen.

Ich hatte dann ein anderes Buch von einer der ersten Schülerinnen von Benita Cantieni, einer Frauenärztin, gekauft mit dem Titel Aufrichtig aufrecht. Das Buch war sehr theoretisch mit ein paar Übungen. Eine besteht zum Beispiel darin, dass man sich auf die Vorderkante eines Stuhls setzt, die Füße in einer leichten V-Position hält, dann die Fußzehen nach vorne und die Fersen nach hinten denken. Ich habe das gemacht und konnte zehn Minuten lang schmerzfrei gehen. Nach dieser Erfahrung dachte ich, das muss die Welt wissen und habe mich relativ schnell zur Ausbildung angemeldet. Die Hüftschmerzen sind jetzt seit einem halben Jahr fast gänzlich verschwunden.

Richard Heath: Und für diese Methode gibst du Kurse?

Gabriele Hiester: Ich gebe Basis-Workshops, die über zwei Stunden gehen, so dass man reinschnuppern kann oder ganze Kurs-Blöcke über sechs Termine. Es ist eine Methode, die man am besten kontinuierlich übt. Es ist wie mit allen Körperarbeits- oder Trainingsmethoden. Wenn man etwas nur einmal oder zweimal macht, dann hat es keine Wirkung.

Richard Heath: Man sollte also öfters trainieren?

Gabriele Hiester: Es wäre gut, wenn man es in den Alltag einbaut. Das Ziel ist, dass der Körper wieder soweit in seine Aufrichtung kommt und in seine natürliche Körperposition, dass sich der Beckenboden bei jeder Bewegung mittrainiert wird. Also jedes Mal wenn ich gehe, wenn ich stehe, wenn ich Treppen hoch gehe ist der Beckenboden mit im Einsatz. Dadurch kann der Beckenboden seine Aufgabe übernehmen und somit alle Muskeln, Bänder, Sehnen, Faszien und Gelenke ihre körpergerechte Arbeit ausführen.

Richard Heath: Die Kurse sind für Männer und Frauen?

Gabriele Hiester: Ja, auch Männer haben einen Beckenboden ;-). Es hilft bei Rückenschmerzen und sämtlichen knöchernen Deformationen. Die Methode ist super bei Organsenkungen und Blasensenkungen, das hat sich bei den Kursen gezeigt. Es hilft auch bei Hämorrhoiden. Wenn von oben alles drückt, dann drückt es unten alles raus. Wenn man nach oben hin Leichtigkeit schafft, dann kommt alles wieder in seine richtige Position. Das heißt nicht, dass das nach einem Monat weg ist. Man muss schon dranbleiben, bis sich Besserung einstellt.

Richard Heath: Wie bist du ursprünglich dazu gekommen, Kurse zu geben?

Gabriele Hiester: Im Jahr 2001 war ich Reiseleitung auf Malta und habe dort im Fitness-Studio einen Yoga-Kurs mitgemacht und bin am Ende dieser Yoga-Stunde sicher gewesen, ich will Yogalehrerin werden. Das war meine allererste Yoga-Stunde und mir war klar, das will ich machen. Es hat dann noch eine Weile gedauert, weil ich noch im Ausland unterwegs war. Das heißt, ich habe die Ausbildung zur Yoga-Lehrerin 2006 abgeschlossen und seit der Zeit unterrichte ich auch. Zuerst nebenberuflich mit dem Ziel 50% Festanstellung und 50% selbständig.

Dann kam es aber so, dass ich zunächst auf 80% Teilzeit reduziert habe, mehr hat nicht funktioniert. Ich hatte auch zu viel Angst vor der Selbständigkeit. Letzten Endes wollte ich aber eine Auszeit von 3 Monaten haben und musste dann kündigen. Ich bin damals im Guten gegangen, wußte aber, dass ich was Neues machen wollte und habe mich dann ein halbes Jahr später für die Selbständigkeit entschieden.

Richard Heath: Was hattest du in der Firma genau gearbeitet?

Gabriele Hiester: Ich war bei einem Reiseveranstalter und war dort im Vertrieb.

Richard Heath: Was für eine Erstausbildung hast du?

Gabriele Hiester: Ich bin Industriefachwirtin und Verlagskauffrau. Ich habe zehn Jahre lang im Verlag gearbeitet, bin dann in´s Ausland gegangen und bei dieser Firma hängen geblieben. War okay, aber über die Jahre dann nicht mehr passend.

Der Weg in die Selbständigkeit

Richard Heath: Als du dann gekündigt hast, warst du schon teilweise selbständig?

Gabriele Hiester: Ja, genau. Und zunäcsht habe ich nach einer 50% Stelle gesucht oder auch nach einer 100% Anstellung, weil ich mir unsicher war, ob die Selbständigkeit finanziell klappt. Ich war aber nur halbherzig auf der Suche und dann war klar, wenn ich den Existenzgründerzuschuss noch bekommen will, dann muss ich eine bestimmte Frist einhalten. Dann habe ich innerhalb von zwei Wochen den gesamten Antrag vorbereitet und gestellt.

Richard Heath: Das heißt, du hattest eine Teilzeit-Festanstellung, du hast schon Yoga unterrichtet und hast dann selber gekündigt.

Gabriele Hiester: Genau. Erst hatte ich Vollzeit, dann bin ich auf 80% Teilzeit, habe immer nebenher Yoga unterrichtet und die Festanstellung dann komplett gekündigt. Ich habe dann auch das Yoga-Unterrichten für eine Zeit reduziert, weil ich nicht wusste, was dann wird. Ich war mir unsicher, ob es weitergeht oder nicht. Als ich dann aber gemerkt habe, dass da jetzt kein Weg vorbei führt und ich es mir nicht verzeihen würde, wenn ich es nicht zumindest versucht hätte, habe ich wieder Gas gegeben.

Richard Heath: Den Existenzgründerzuschuss hast du wo und wie beantragt?

Gabriele Hiester: Bei der Agentur für Arbeit. Da benötigt man verschiedene Unterlagen wie zum Beispiel ein Konzept, also wie man sich seine Selbständigkeit vorstellt,ein Finanzierungskonzept, wobei man als Yoga-Lehrerin keine großen Maschinen oder Anschaffungen braucht wie das bei anderen Firmengründungen der Fall ist. Außerdem bin ich eine One-Woman-Show, ich habe ja kein Studio mit Angestellten gegründet. Dann braucht es noch eine Wettbewerbsanalyse und Unterlagen über Ausbildung und Erfahrung.

Richard Heath: Wie hoch hattest du die Wahrscheinlichkeit angesetzt, dass das alles funktioniert?

Gabriele Hiester: Das war ganz spannend. Ich habe zwei Mal bei meiner Arbeitsvermitterlin angefragt, was passiert, wenn ich den Existenzgründerzuschuss nicht kriege. Dann hätte ich das Arbeitslosengeld aufs Spiel gesetzt, wäre selbständig (denn rückgängig machen geht, ist aber auch wieder aufwändig) und hätte mit einem Mal kein Geld mehr bekommen. Sie sagte mir, dass sie mir das im Vorfeld nicht garantieren kann und dass das auf meine Unterlagen ankam. Sie würde meinen Antrag aber wohlwollend bewerten. Mit der Antwort habe ich mich mal zufrieden gegeben. Der Antrag ging durch. Meine Unterlagen haben auch – so glaube ich zumindest – einen professionellen Eindruck hinterlassen, weil ich sie mit meinem Steuerberater zusammen erstellt habe.

Richard Heath: Wie hoch war der Zuschuss und wie lange lief er?

Gabriele Hiester: Der Zuschuss war so hoch wie das Arbeitslosengeld und lief sechs Monate, dann kam noch einmal eine Verlängerung, da bekam ich nur noch einen Zuschuss für die Sozialversicherung. Das Arbeitslosengeld fiel dann nach sechs Monaten weg.

Richard Heath: Du hattest ja schon laufende Kurse und konntest vorweisen, dass es funktioniert.

Gabriele Hiester: Ich habe nicht bei Null angefangen. Zum Zeitpunkt des Antrages hatte ich 8 Jahre Unterrichtserfahrung und einen gewissen Kundenstamm.

Richard Heath: In welcher Form hast du für deine Kurse geworben?

Gabriele Hiester: Am Anfang habe ich über die Volkshochschule unterrichtet, als ich noch nicht Vollzeit selbständig war und als ich selbständig war, musste sofort eine Website her. Das heißt, das habe ich dann mit dem Existenzgründerzuschuss in die Wege geleitet. Flyer hatte ich schon immer, die habe ich dann noch mal verändert. Da ich in zwei kleineren Dörfern im Westerwald unterrichte, schalte ich in der Verbandsgemeindezeitung Anzeigen, wenn neue Kurse beginnen. Auf dem Land wird das noch am ehesten gelesen.

Richard Heath: Du unterrichtest aber auch in Koblenz?

Gabriele Hiester: In Koblenz unterrichte ich Yin-Yoga, weil ich dafür Equipment benötige, also Matten, Rollen und so weiter. Und hier mache ich hauptsächlich das CANTIENICA®-Training. Ich bin auch Mitgleid im Qualitätsklub der Cantienica AG. Die Menschen, die CANTIENICA® kennen oder das üben wollen, die kommen über diese Schiene dann zu den Trainerinnen. Ich lege auch Flyer aus in Koblenz und mache unter meinen Yoga-Teilnehmern Werbung dafür. Ich würde mir wünschen, darüber hinaus zielgruppenspezifisch Werbung zu machen.

Richard Heath: Du würdest also gerne mehr und anders Werbung machen?

Gabriele Hiester: Ich überlege, wie ich Menschen erreichen kann, die am CANTIENICA®-Training Interesse haben. Beim Beckenboden-Training ist es ja so, dass die meisten Menschen am wenigsten mit dem Präventionsgedanken kommen, was beim Yoga eher der Fall ist. Sie kommen dann zum Beckenbodentraining, wenn schon ein Problem besteht. Also zum Beispiel Inkontinenz, Gebärmuttersenkung, Knieprobleme oder Rückenschmerzen.

Die Zielgruppe sind natürlich hautpsächlich Frauen und vor allem Frauen, die geboren haben. Vom Yoga weiß ich, man braucht einen langen Atem, um sich einen Kundenstamm aufzubauen. Aber ich bin zufrieden, wie es in Koblenz mit den Kursen läuft. Ich messe den Erfolg nicht daran, wie viele Leute zu mir kommen, sondern ob die Leute zufrieden sind. Die empfehlen mich weiter und verteilen die Flyer. Das ist die allerbeste Werbung.

Richard Heath: Wenn jemand jetzt anfangen möchte, Kurse zu geben oder sich überlegt, sich selbständig zu machen, was wäre dein Tipp?

Gabriele Hiester: Ich finde, es macht einen Unterschied, ob man ausschließlich selbständig ist oder mit einer Teilzeitstelle nebenher Kurse anbietet. Bei einer Teilzeitstelle hat man den finanziellen Druck nicht. Am besten cool bleiben, auch wenn es nicht so läuft. Ich habe gedacht, es muss kontinuierlich aufwärts gehen. Im groben ist es auch gut, wenn es das tut, aber two steps forward, one step back. Es gibt immer wieder „Saure-Gurken-Zeiten“ und da steckt man nicht drin. Man weiß nicht, warum ein Kurs nicht gebucht wird, aber dann mach was anderes in der Zeit und biete es noch mal neu an. Ich hatte schon Kurse mit Wartelisten und andere Kurse, die ich absagen musste aus Teilnehmermangel. Letzten Endes gibt es immer ein Auf und Ab und wenn es im Gesamten aufwärts geht, ist es super. Da darf man nicht einen Zeitraum von einem halben Jahr im Blick behalten, sondern zwei bis vier Jahre. Keep calm and go on.

Möchtest du mehr erfahren über Gabriele Hiester und ihre Kurse, gelangst du unter folgendem Link zu ihrer Website: www.gabriele-hiester.de und www.cantienica-koblenz.de

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